Der Kirmeshammel
Etwa 4 Wochen vor Beginn der Kirmes ziehen Die Acht Ältesten aus und erhandeln den Kirmeshammel. bei einem Schäfer der näheren Umgebung. Traditionsgemäß versucht man den Hammel aus einer Schelder Zucht zu bekommen, getreu dem Motto der Schelder Kirmes 2007: "Mehr als ein Schelder kann ein Hammel nicht werden" Damals gab es sogar einen öffentlichen Brief eines besorgten Tierschützers, der die Mitführung des Hammels während der Umzüge verhindern wollte. Das Resultat waren zahlreiche Motivwagen die sich mit des Leibes Wohl von Reiner beschäftigten und somit einen Beifallssturm nach dem anderen auslösten. Und auch um Reiner kümmerte man sich rührig und stellte Ihm einen Leibgarde zu Seite die all zu aufringliche Besucher fern hielt.
Der Hammel kommt nach dem Kauf zum von der Burschenschaft bestimmten Hammlesführer. Dieser bekommt einen in den Statuten festgelegten Geldbetrag ausgezahlt, von dem er dem Hammel bis zur Verlosung Kost und Logis bezahlt. Außerdem ist es seine Aufgabe, den Hammle all abendlich durch Niederscheld zu führen, damit er sein Dorf kennenlernt. Man darf sich also nicht wundern, wenn einem zur späteren Stunde ein Mann mit Hammel und einem Stück Brot begegnet.
Die Bänder, mit denen der Hammel für die beiden Festzüge geschmückt wird, werden 8 Tage vor der Kirmes eingekauft. Früher war es so, dass diese aus den schönsten und besten Tüchern ausgesucht wurden, die von einer Schelder Familie gewoben wurden. Eine solche Familie gewann damals sehr an Ansehen, wenn sie die Tücher stellte.
Am Morgen des Kirmessonntag wird der Hammel von der Burschenschaft mit den Tüchern geschmückt, was traditiondgemäß wieder mit dem einen oder anderen gekülhten Getränk einhergeht.
Nachmittags, wenn der erste große Festzug durch die Schelder Straßen zieht, hat auch endlich der Hammelführer seinen großen Auftritt. Wenn er als Erstes, den Festzug mit "seinem" Hammel anführt, dicht gefolgt von den Acht Ältesten, den 50-jährigen, den Pohlhälsen und allen anderen teilnehmenden Gruppen - ja, dann ist sein größter Moment gekommen, den er am darauf folgenden Montag während des Haupt-Festzugs gleich noch einmal auskosten darf.
Letztmalig tritt der Hammelführer am Kirmesdienstag in Aktion, wenn er den Hammel zur Verlosung führt. Dort wird er anschließend unter den einegtragenen Burschen verlost.
Quelle: A.W. Brück, Niederscheld - Geschichte und Schicksal eines hessischen Dorfes


























